Der Wunsch, alles perfekt zu planen, sich Abläufe und Ergebnisse detailverliebt auszumalen, ist verständlich – und gibt ein gewisses Maß an Sicherheit. Leider kann uns aber genau dieser Anspruch an uns selbst und in der Führung bremsen. Denn Perfektionismus ist oft kein Motor, sondern ein Stolperstein – er verhindert Entwicklung, Motivation, Freude und echte Beteiligung.

Tüfteln, planen, an Details feilen und schließlich zögern… denn es ist noch nicht perfekt genug, um damit hinauszugehen, um es den Mitarbeitenden zu übertragen, um erfolgreich zu sein. Und während wir auf den perfekten Zeitpunkt warten, verstreicht wertvolle Zeit. Die Idee bleibt liegen, das Projekt stagniert, der Erfolg rückt in weite Ferne. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Das Problem liegt selten in der Idee, oder mangelnden Fähigkeiten und Kompetenzen. Häufig gibt es eine innere Bremse – man darf erst loslegen, wenn alles makellos ist. Oder Mitarbeitenden den erweiterten Handlungsspielraum erst dann ermöglichen, wenn man den Gestaltungsrahmen selbst bereits perfekt durchdacht hat.

Als langjährige Führungskraft kann ich nachvollziehen, wie fordernd Zutrauen sein kann und wie sehr die eigenen perfekten Ansprüche bremsend wirken können. Nachhaltiger Führungserfolg aber bewegt und ermöglicht Bewegung. Denn wenn alles bereits perfekt ist, entsteht Distanz – Mitarbeitende fühlen sich nicht ins Boot geholt, können ihre Ideen und Potenziale nicht mehr einbringen.

Das 80/20-Prinzip nach Pareto ist häufig ein praktikabler Weg mit Fokus auf das Wesentliche und Raum für Entwicklung. Ein möglicher Weg in der Mitarbeiter-Motivation, der Türen für gemeinsames Bewegen und echte Beteiligung öffnet. Ihre Mitarbeitenden brauchen 100 Prozent Ihrer Führungskraft – keinen perfekt ausgearbeiteten Detailplan, sondern Klarheit, Vertrauen, Herzlichkeit und die Möglichkeit zur Beteiligung.

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